Montag, 21. Juli 2008

MA

Heute auf der Magister-Zeugnisverleihungsfeier der liebsten Freundinnen gewesen, ein Ivänt, welches mir auch in einem halben Jahr bevorsteht ("Waahaas? In einem halben Jahr schon? Niemals nicht nie, bis dahin passieren noch 10.000 Katastrophen, ich brech mir noch 385 Mal das Bein und mein Rechner inkl. externer Festplatte haucht mindestens dreimal sein Leben aus... Isch doch nisch! Oh mein gottohgott")

Also wir waren da, haben 279 Absolvinnen (90%) und Absolventen (10%) beklatscht, haben gar wunderbares hören dürfen über unsere Fakultät, dass sie die grösste und beste in Deutschland sei, über unsere Elite-Uni, dass wir so stolz sein können auf so einer Uni Abschluss zu machen, über Geisteswissenschaftler, dass sie so wichtig im Berufsleben sind, haben uns dabei gewundert, wer solche aufmunternden, motivierenden Worte wohl eher braucht, die Absolventen oder der Dekan ;)) , und haben schliesslich einen Ausblick in die Zukunft gewagt: Da kam - man ahnt es - die Standardformulierung, ich weiss ja nicht, wie das bei Ihnen war, aber ich kenne die schon von meiner Abiturfeier: Die Absolventen, die jetzt "ins Leben hinausgehen"

Ich habe bei dieser Formulierung schmunzeln müssen. Und einmal kurz schlucken. Ich habe eigentlich mein gesamtes Unileben lang immer gedacht, wenn ich fertig bin mit Studieren, dann "gehe ich aus dem Leben heraus in den Alltag, die Routine, die Pflicht."

(Das klingt sehr pessimistisch, ich weiss. Bitte bemühen Sie Sich jetzt nicht, mich mit schönen Worten davon zu überzeugen, dass auch das Berufsleben seine schönen Seiten hat, dass halt irgendwann mal im Leben die Pflicht ruft oder ähnliches. Das oben ist nicht so pessimistisch gemeint, wie es klingt, es gibt sicher auch Dinge in diesem neuen Lebensabschnitt, auf die ich sehr neugierig bin. Sehen Sie dies als Zeichen, wie sehr ich mein Studium, die Uni, das Klima an der Uni, die Wissenschaft liebe, wie sehr ich es liebe, mich mit Wissen, mit "schönen Künsten", mit neuen Gedanken zu umgeben und wie sehr mir diese wissenschaftliche, spannende und vielfältige Umgebung fehlen wird, sollte ich nicht an der Uni bleiben. Es ist einfach nur so, nicht mehr und nicht weniger.)

Das waren dann auch die Worte des Dekans. Wir sollten doch bitte bedenken, dass (auch) in der Uni das Leben tobt, dass die Uni das Zentrum oder eines der Zentren und Ausgangspunkte des gesellschaftlichen Denkens und gesellschaftlicher Ströme ist.

Habe ich noch nie anders gesehen, sprach Frau Ansku und klopfte sachte nickend mit dem Fingerknöchel auf die Bank. :)